Was ist Charas?

Bum Bum Shiva
Was ist Charas? Oder: Das beste Hash der Welt.
Wer schon einmal in den Genuss von richtig gutem Charas gekommen ist wird diese Erfahrung ein Leben lang nicht vergessen. Der unverkennbare, süße Duft und das starke High eines Charas-Joints oder -Chillums bleiben meistens als intensive Erinnerung im Gedächtnis.
Aber was versteht man eigentlich unter Charas und wie wird es produziert? Diese und andere Fragen zum Thema wollen wir heute beantworten und euch auf ein Abenteuer durch die hinduistische Tradition des Cannabis-Konsums entführen!
Was ist Charas und wie wird es hergestellt?
Bei Charas handelt es sich um eine besondere Variante von Hashish. Der wird nicht wie im arabischen Raum durch Sieben von trockenem Blütenmaterial gewonnen, sondern aus der frischen Pflanze. Aufwendig und zeitintensiv werden dafür Hanfblüten durch sanftes Massieren solange zwischen den Händen gerieben, bis das Cannabisharz an der Handinnenfläche kleben bleibt. Die Hanfblüten werden 2-3 Wochen bevor sie erntereif sind und der THC Gehalt in der Pflanze am höchsten ist, benutzt, um das heilige Harz zu ernten.
Im Gegensatz zu anderen Extrakten werden bei der Herstellung von Charas keinerlei Hilfsmittel bzw. Chemikalien verwendet. Es ist somit eine extrem schonende Haschisch-Produktion, aber auch eine besonders langwierige. Nur wenige Gramm können von einer Person am Tag hergestellt, was sich natürlich auch auf den Verkaufspreis auswirkt.
Der Ursprung - wo das Charas herkommt
Im Norden Indiens wird heute wie vor tausenden Jahren Charas produziert, von heiligen Saddhus geraucht um mit Shiva in Verbindung zu treten, an Touristen verkauft und über die ganze Welt geschmuggelt.
Alte indische Schriften die vor mehr als 3500 Jahren geschrieben wurden, wie die Veden oder die Atharva Veda, beschäftigen sich ausführlich mit der Heilkraft von Hanf. Er galt damals schon als eine der fünf heiligen Pflanzen, gepriesen als Befreier und Quelle von Glückseligkeit.
"Bhaṅgā" in Sanskrit oder "Bhang" in Hindi ist und bleibt bis in die Neuzeit ein großer Bestandteil der indischen Geschichte, Kultur und Religion. Shiva, einer der höchsten und bekanntesten Götter Indiens, wird auch gerne Charas-rauchend dargestellt. Die Shivas verehren ihren Gott indem sie sich ein Chillum (eine aus Ton gefertigte Pfeife) stopfen, rauchen und sich der tiefen Meditation hingeben.
Gesetzliches Verbot von Cannabis in Indien
Seit Jahrtausenden wird also in Nordindien, Pakistan, Nepal und Afghanistan Cannabis für religiöse und medizinische Zwecke verwendet. In Indien ist der Hanf so tief in der Hinduistischen Religion verwoben, dass sogar ein strenges Verbot in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts nichts genutzt hat - Haschisch wird weiterhin von vielen Gläubigen und Cannabis-Fans konsumiert.
Das Verbots-Gesetz gibt es zwar noch, wird aber heute weitaus weniger exekutiert als noch bei der Einführung. Gefängnisstrafen gibt es keine mehr, dafür verdienen sich Polizisten heute ein kleines Nebeneinkommen durch Charas-Konsumenten dazu. Die Produktion findet meist in sehr abgelegen Teilen und Bergregionen des Himalayas statt, wo die Staatsgewalt nur schwierig hinkommt.
Auf alten Pfaden - Die Cannabis-Legenden des Himalayas
Viele Rucksacktourist*innen, Cannabinados und Sortensammler*innen sind heute noch gerne in dem entlegenen Parvati Tal oder Teilen Nepals unterwegs, um eine der alten Sorten zu rauchen, wie zum Beispiel die Malana Cream, die durch einen sehr hohen THC Gehalt bekannt ist. Nicht einfach zu finden ist auch eine alte und sehr bekannt Sorte names Kerala Gold oder auch oft Idukki Gold genannt.
Viele Hanffelder fielen der Drogenbehörde zum Opfer, wurden überfallen und niedergebrannt. Alte Sorten wurden dadurch fast ausgerottet. Neuere Kreuzungen mit den alten Sorten wie „Sheelavathi“ sind weniger stark als die Ursprungssorten und haben sich perfekt an das nordindische Klima angepasst.
In 3 einfachen Schritten zum eignen Charas
Das ganze Unterfangen solltest du zwei bis drei Wochen vor der eigentlichen Ernte angehen. Bevor du mit der Charas-Produktion beginnst, wasche deine Hände gründlich. Am besten keine parfümierte Seife verwenden, das kann den Geschmack deines Charas stark verändern. PH-neutrale Seife ist da immer eine gute Wahl.
- Pflücke mehrere schöne, große Blüten und befreie sie von den großen und kleinen Blättern, bis der Bud frei liegt. Den Verschnitt solltest du nicht wegschmeißen, daraus kannst du später noch eine Hanfbutter oder andere Extrakte machen.
- Jetzt beginne die Blüten zuerst sehr sanft in deiner Handfläche zu reiben. Lass dir ruhig Zeit und hetze dich nicht. Durch den Druck wird das Harz an den Handinnenflächen kleben bleiben. Wenn du leicht den Druck deiner Massage erhöhst, wird immer mehr Harz von der Blüte abgesondert. Deine Handfläche wird sich immer dunkler verfärben und klebriger werden. Geduldig bleiben und weiter kneten, bis der Bud kein Harz mehr hergibt. Zuletzt kannst du mit noch mehr Druck den letzten Rest Harz herauspressen.
- Den aufwendigen Part hast du jetzt schon erledigt. Reibe nun deine Hände aneinander und forme den gewonnenen Charas zu einer Kugel oder einer Schlange. Wiederhole Schritt 2 und 3 mit beliebig vielen Blüten, bis du dein gewünschtes Ziel erreicht hast.
Charas genießen wie ein indischer Gott
Wie schon erwähnt wird der Charas traditionell in einer aus Ton gefertigten Pfeife geraucht. Traditionelle Chillums werden immer noch mit der Hand produziert und schwanken daher auch in Größe, Form und Qualität. Diese Variante des Charas-Rauchens hat nicht nur Klasse sondern liefert auch die besten Ergebnisse.
Natürlich kannst du deinen Charas aber auch im Joint rauchen. Dazu einfach eine dünne Schlange rollen und der Länge nach in deinen Spliff legen. Vermeide eher, den Charas in kleine Brösel zu zerteilen und in den Joint zu streuen, denn das kann beim Rauchen sehr unangenehm werden. Der Joint brennt dann meistens nicht schön ab, die glühenden Stücke fallen gerne raus und können Hand, Teppich oder Couch verbrennen.
Kleiner Tipp: Verwende am Anfang eher kleiner Mengen! Sei dir bewusst: du hast das reinste Extrakt der Cannabispflanze - und das hat schon viele erfahrene Hashischraucher*innen aus den Socken gehoben!